Hinweis: Die SPD im Westteil Berlins hatte sich im April 1946 der Zwangsvereinigung von SPD und KPD in Ostdeutschland zur SED widersetzt. Sie fand im Westen Berlins großen Rückhalt. So konnte sie bei den Wahlen zur Berliner Stadtverordnetenversammlung am 20. Oktober 1946 als mit Abstand stärkste Partei in das Berliner Rathaus einziehen. Oberbürgermeister von Berlin wurde Otto Ostrowski, welcher einem Allparteien-Magistrat vorstand. Zu seinem Nachfolger wurde am 25. Juni 1947 Ernst Reuter (SPD) gewählt, doch konnte dieser nach sowjetischem Einspruch sein Amt nicht antreten. Statt seiner führte Luise Schröder (SPD) die Amtsgeschäfte.
In den Jahren 1947 und 1948 wurde der sowjetische Druck auf die Stadtverordnetenversammlung Groß-Berlins und den Berliner Magistrat immer größer, zumal Stadtverordnetenversammlung und Magistrat während der Berlin-Krise 1948 (der sogenannten Berliner Blockade vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949) mehrheitlich für die westlichen Alliierten Partei ergriffen.
Höhepunkt dieser Entwicklung war die Verlegung der Berliner Stadtverordnetenversammlung aus dem Berliner Rathaus (welches in Mitte, d.h. im sowjetischen Sektor lag) in das Rathaus des Bezirks Schöneberg (d.h. mitten in den blockierten Westteil Berlins) durch den Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Groß-Berlins, Otto Suhr (SPD), am 6. September 1948. Die SED verweigerte sich dieser Verlegung: Es kam zur Spaltung der Berliner Stadtverordnetenversammlung.
Der Berliner Oberbürgermeister Ernst Reuter und die geschäftsführende Berliner Oberbürgermeisterin Luise Schröder wurden am 30. November 1948 gewaltsam aus dem Berliner Rathaus vertrieben; ihnen folgten alle Mitglieder des Berliner Magistrats, die nicht der SED angehörten. Auch der Berliner Magistrat residierte seither im Rathaus Schöneberg. Die SED installierte bald darauf einen neuen Berliner Magistrat: Es kam zur Spaltung der Berliner Stadtregierung.
Durch diese politischen Entwicklungen war eine Neuwahl der Berliner Stadtverordnetenversammlung notwendig geworden, welche (den Umständen entsprechend) nur im Westteil Berlins vollzogen werden konnte. Sie wurde noch während der Berliner Blockade durchgeführt, und sie endete mit einem erneuten Sieg der SPD. Die SPD sollte seit dieser Wahl für Jahrzehnte die Berlin-Partei schlechthin sein.
Mit dieser Wahl wurde auch Ernst Reuter (SPD) als Oberbürgermeister von Berlin bestätigt. Er stand einem Magistrat vor, welcher von allen drei der in der Berliner Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien (SPD, CDU und Liberale) getragen wurde.
Die neugewählte Berliner Stadtverordnetenversammlung beschloß die Ausarbeitung einer Berliner Verfassung, welche am 4. August 1950 verabschiedet wurde und formal für ganz Berlin galt. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung beschlossen am selben Tag ihre Selbstauflösung. Damit wurde der Weg frei für die ersten Abgeordnetenhauswahlen 1950. V.i.S.d.P.: Alexander Eggert (14. September 2003).
Hinweis: Die Liberalen im Westteil Berlins (hier als FDP bezeichnet) waren bei diesen Wahlen noch unter dem Namen Liberal-Demokratische Partei Deutschlands ( LDPD ) angetreten - so nannten sich die Liberalen im Osten Deutschlands. Die LDPD im Westteil Berlins gliederte sich erst am 12. Januar 1949 in die bundesdeutsche FDP ein und übernahm dabei auch den Namen der bundesdeutschen FDP. V.i.S.d.P.: Alexander Eggert (4. Oktober 2003).
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