Hinweis: Das Ergebnis dieser Landtagswahl war allgemein erwartet worden. Die Wahlbeteiligung war mit unter 60 % unverhältnismäßig niedrig, zum einen, weil ein Wahlsieg der CSU schon seit Wochen voraussehbar war und somit keine Spannung mehr im Wahltag lag, zum anderen aber auch, weil der Wahltag (der 21. September 2003) ein bemerkenswert warmer Spätsommertag war, den viele für einen Wochenendausflug nutzten.
Die CSU hatte noch vergleichsweise wenig Probleme, ihre Anhänger zum Urnengang zu bewegen. Diese Partei konnte mit Edmund Stoiber einen Spitzenkandidaten präsentieren, welcher in Bayern bekannt und auch anerkannt war. Das Wahlergebnis der CSU war gleichwohl mehr als ein Erfolg: Es war ein Triumph, sowohl nach Stimmenanteil (1974 hatte die CSU 62,1 % der Stimmen erreicht, ihr bisher bestes Ergebnis vor der Landtagswahl 2003) als auch nach Mandaten gerechnet (Die CSU erreichte mit dieser Landtagswahl eine Zweidrittelmehrheit der Mandate des Bayerischen Landtages: Ein Ergebnis, welches keine Partei zuvor in der Geschichte der deutschen Demokratie erreicht hat). Nur die Zahl der abgegebenen Stimmen enttäuschte: Mit etwas mehr als 3 Millionen Stimmen erreichte die CSU sogar etwas weniger Stimmen als bei der letzten Landtagswahl. Dieses aber wirkte sich wegen der niedrigen Wahlbeteiligung (und wegen der Stimmenverluste der anderen Parteien) nicht negativ aus.
Auch die Grünen konnten ihre Anhänger großenteils zum Urnengang zu bewegen. Sie traten mit vier Spitzenkandidaten an (Margarete Bause, Sepp Daxenberger, Christine Stahl und Sepp Dürr), welche in Bayern durchaus Ansehen genossen. Im Gegensatz zu SPD und CSU beschränkten sich die Grünen auf Themen der Landespolitik und gingen auf die Bundespolitik nicht besonders ein. Das Ergebnis dieser Partei konnte sich durchaus sehen lassen. Das Wahlergebnis der Grünen war eines der besten in Bayern (1986 hatten die Grünen 7,5 % der Stimmen erreicht, ihr bestes Ergebnis in Bayern vor der Landtagswahl 2003). Als erfreulich galt, daß die Grünen die Zahl der abgegebenen Stimmen etwas steigern konnte (was sich wegen der niedrigen Wahlbeteiligung besonders günstig auswirkte).
Die SPD dagegen hatte große Probleme, ihre Anhänger zu einem Gang an die Wahlurnen zu bewegen. Viele SPD-Wähler zeigten sich über die Politik der SPD-geführten Bundesregierung verärgert. Zudem war der Spitzenkandidat der SPD, Franz Maget, noch Anfang August 2003 weithin unbekannt; Bekanntheit erlangte er erst Anfang September 2003, weil eine Anfang September 2003 von der Polizei dingfest gemachte nationalsozialistische Gruppe ( eine sogenannte Kameradschaft ) ein Attentat auf ihn geplant hatte. Das Wahlergebnis der SPD bei dieser Landtagswahl lag noch weit unter den ohnehin schon schlechten Erwartungen: Es war das schlechteste Ergebnis, welches die SPD nach 1945 je erzielt hatte. Die SPD hatte, in absoluten Zahlen, rund 1,5 Millionen Stimmen verloren, konnte erstmals keinen einzigen Wahlkreis erobern.
Daß die FDP, welche von der ehemaligen Ministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in den Landztagswahlkampf geführt wurde, den Einzug in den Landtag wieder nicht erreichen würde, war erwartet worden, da ihnen in dem Freien Wählern eine liberale Konkurrenz in Bayern erwachsen war.
Das einzige wirklich überraschende Wahlergebnis war das Abschneiden der freien Wählergruppen, lokalen Zusammenschlüssen liberaler Ausrichtung, welche in Bayern bisher ausschließlich in den Kommunalwahlen angetreten waren und dabei bemerkenswerte Erfolge erzielt hatten. Bei dieser Landtagswahl waren sie zum nunmehr zweiten Male (nach 1998) unter dem Namen Freie Wähler als gemeinsame Landesliste angetreten, und sie hatten mit über 4 % der Stimmen ein Ergebnis erzielt, welches über den Erwartungen lag. - V.i.S.d.P.: Alexander Eggert (24. September 2003).
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